Die Kritik besteht schon lange und zahlreiche Berichte, auch bei oekoreich.com, haben das Problem schon thematisiert: Bio-Produkte kommen immer öfter aus dem Ausland. Inzwischen haben die Eigenmarken der Handelskonzerne erkannt, dass sich mit Bio gutes Geld verdienen lässt. So sieht man etwa, dass „Ja! Natürlich“, die Bio-Eigenmarke von BILLA mit österreichischen Rohstoffen, zunehmend von der neuen Bio-Eigenmarke „Bio Billa“ verdrängt wird. Diese ist deutlich günstiger, die Rohstoffe stammen aber mitunter aus aller Welt.
Dieses wachsende Phänomen hat nun auch die Landwirtschaftskammer Niederösterreich nach einem umfassenden Lebensmittel-Check kritisiert. Insgesamt wurden 71 Bio-Produkte von den Experten unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass von diesen Produkten lediglich 48 Prozent ihre Rohstoffe allesamt aus Österreich beziehen – bei allen anderen, der Mehrheit also, handelte es sich um Mischungen. Als Konsument kann man also oftmals am Regal gar nicht wissen, zu welchem Anteil es sich um ein echtes Bio-Produkt handelt.
Selbst das EU-Bio-Logo wäre „teils irreführend“, kritisiert die LK NÖ, damit gekennzeichnete Produkte könnten nämlich teilweise auch von außerhalb der EU stammen. Zudem herrscht bereits seit längerem Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Kontrollen von Bio-Produkten, die in China oder Marokko hergestellt wurden. Umso wichtiger sei daher, dass Konsumenten genau hinterfragen, woher das Bio-Produkt wirklich stammt. Im Zweifel solle man lieber zu heimischen Lebensmitteln greifen, im Idealfall natürlich aus biologischer Erzeugung.
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